Ich war nahe der Wohnstatt Laylâs (Danawtu min hayyi Laylâ), Qasida von Ahmad al-'Alâwî

Qasida „Ich war nahe der Wohnstatt Laylâs” (Danawtu min hayyi Laylâ), des Sufi-Meisters Ahmad al-’Alâwî: Video, transkribierter Text und deutsche Übersetzung.

Transliteration

Danawtu min hayyi Laylâ
lammâ sami‘tu nidâhâ
Yâ lahu min sawtin yahlû
-awaddu lâ yatanâhâ

Radat ‘annî jadhabatnî
-adkhalatnî li himâhâ
-Ânasatnî khâtabatnî
-ajlasatnî bihidhâhâ

-Ad_hachatnî tayyahatnî
hayyaratnî fî bahâhâ
-Akhadhatnî malakatnî
ghayyabatnî fî ma‘nâhâ

Hattâ dhanantuhâ
‘annî wa kânat rûhî fidâhâ
Baddalatnî tawwaratnî
wa sammatnî bisimâhâ

Jama‘atnî farradatnî
laqqabatnî bikunâhâ
Qatalatnî mazzaqatnî
khaddabatnî bidimâh

Ba‘da qatlî ba‘athatnî
dâ-a najmî fî samâhâ
-Ayna rûhî ‘ayna badnî
-ayna nafsî wa hawâhâ

Qad badâ minhâ lijafnî
mâ qad madâ min khafâhâ
Ta Llâhi mâ ra-at ‘aynî
wa lâ chahidat siwâhâ

Jumi‘at fîhâl ma‘ânî
subhâna lladhî ‘anchâhâ
Yâ wâsifal husni ‘annî
hâka chay-an min sanâhâ

Deutsche Übersetzung

Ich war nahe der Wohnstatt Laylâs,
als ich ihren Ruf vernahm;
o welch köstliche Stimme,
möchte sie doch niemals enden!

Sie empfing mich gnädig, sie zog mich zu sich,
sie ließ mich in ihr Heiligtum eintreten,
sie leistete mir Gesellschaft, sie sprach mich an
und ließ mich an ihrer Seite sitzen.

Ihr eigenes Wesen näherte sie mir,
dann lüftete sie ihren Schleier;
sie überwältigte mich,
ja, sie verwirrte mich und entrückte mich in ihre Schönheit.

Sie nahm mich, sie führte mich irre,
ich verging in ihrem Sinn,
bis ich mich für sie hielt
und ihr meine Seele darbot.

Sie verwandelte mich, sie wandelte mich,
sie benannte mich mit ihrem Namen;
sie sammelte mich, sie vereinsamte mich,
sie rief mich bei ihren Beinamen.

Sie tötete mich, sie zerriss mich,
sie befleckte mich mit ihrem Blut;
nach meinem Tod erweckte sie mich,
und mein Stern erglänzte an ihrem Himmel.

Wie steht es um meinen Geist? Wie steht es um meinen Leib?
Wie steht es um meine Seele und ihre Sehnsucht?
Von ihr zu meinem Blick
ward ihr tiefstes Geheimnis enthüllt.

Bei Gott, mein Auge hat nie
etwas anderes als sie geschaut noch bezeugt;
alle Bedeutungen sind in ihr versammelt,
Ruhm sei Dem, der sie erschuf!

Die übrigen Gesänge finden sich auf der Seite Qasaid und Sama’.