Sentenzen der Meister des Sufismus

Inhalt

Sentenzen von Sufi-Meistern aller Traditionen: ʿAṭṭār, aš-Šāḏilī, al-Baṣrī, der Emir ʿAbd al-Qādir, Ibn ʿArabī, Huǧwīrī, Anṣārī und viele andere.

Ismaʿil Ibn Abi Unmayyad

Ismaʿil Ibn Abi Unmayyad

Die Zusammenkunft der Brüder, so kurz sie auch sei, ist erfüllt von Segnungen.

ʿĀbida al-Maʿnawiyya: wende deine Mühe dem Guten zu

ʿĀbida al-Maʿnawiyya

Wende deine Mühe dem Guten zu, solange du die Gelegenheit dazu hast. Beeile dich, bevor es zu spät ist. Die Freuden dieser Welt haben keinen Geschmack für den, der die Erkenntnis des Wesens der Dinge besitzt. Die Menschen von edlem Charakter entledigen sich dieser Freuden, wie man einen nutzlosen Gegenstand in einen Graben wirft.

Abū Saʿīd Ibn Abī l-Ḫayr: über den Sufismus

Abū Saʿīd Ibn Abī l-Ḫayr

(über den Sufismus) Was du im Sinn hast, lass es fahren. Was du in der Hand hast, gib es her. Und was dich trifft, weiche ihm nicht aus.

Abū Hāšim

Abū Hāšim

Einen Berg mit der Spitze einer Nadel aus seiner Grundlage zu reißen ist leichter, als die Niedertracht des Hochmuts aus seinem Herzen zu entwurzeln.

Abū Ḥafṣ: der erste zu tuende Schritt

Abū Ḥafṣ

Die Menschen sprechen von Nähe, Vereinigung und hohen geistigen Stufen. Ich bitte Gott nur um eines: Er möge mir den Weg zeigen, den ich gehen soll, und sei es nur der erste Schritt.

Abū Ḥafṣ

Abū Ḥafṣ

Lass deine Hingabe an deinen Herrn für dich nicht zum Mittel werden, ein Gegenstand der Verehrung zu werden. Sorge dafür, dass der Anbetungsakt, den du Ihm vollziehst, wirklich das Zeichen deiner Bindung an Seinen Dienst und deiner Dienerstellung ist; denn wer seine Andachtstaten mit Wohlgefallen betrachtet, betet in Wahrheit nur sich selbst an.

Abū ʿUṯmān

Abū ʿUṯmān

Alle Geschöpfe stehen Gott gegenüber in der Station der Dankbarkeit, während sie glauben, bei Ihm in der Lage der Geduld zu sein.

Sayyidī Šayḫ Ibrāhīm ad-Dusūqī

Sayyidī Šayḫ Ibrāhīm ad-Dusūqī

Wer auf dem Weg vorankommen will, bleibt beharrlich: Er fastet häufig und belebt die Nächte mit Gebet, Dhikr, Koranrezitation und dem Lobpreis Gottes.

ʿAbdallāh al-Anṣārī al-Hurawī: die Dankbarkeit des Islam und des Glaubens

ʿAbdallāh al-Anṣārī al-Hurawī

Gott sprach: „Wenige unter Meinen Dienern sind von Dankbarkeit erfüllt“ (Koran 34, 13). Dankbarkeit schließt die Anerkennung der Wohltat ein; sie ist ein Weg, der zur Erkenntnis des Wohltäters führt. In diesem Sinn hat Gott den Islam und den Glauben im Koran Dankbarkeit genannt.

Ibn al-ʿArīf

Ibn al-ʿArīf

Die Methode, dem Ego zu entrinnen, besteht darin, der Begierde zu widerstehen, dem Ruf des persönlichen Begehrens ungehorsam zu sein und die unnötigen Dinge zu meiden.

Abū l-Qāsim al-Baġdādī: seid standhaft in eurem Glauben

Abū l-Qāsim al-Baġdādī

Der Glaube ist das, was dich zu Gott hin versammelt und dich mit Ihm vereint. Die göttliche Wirklichkeit ist eine, und der Gläubige findet zur Einheit. Wer sich an die Dinge hält, wird von seinen Leidenschaften zerstreut. Wer ihnen folgt und liebt, was ihn von Gott trennt, geht an Gott vorbei. Siehst du nicht, dass Er ihnen geboten hat, ihr Bekenntnis bei jedem Gedanken und jedem Blick zu erneuern? Er sprach ja: „O ihr, die ihr glaubt, seid standhaft in eurem Glauben an Gott …!“ (Koran 4, 136)

Al-Ḥasan Ibn Ṣāliḥ al-Baḥr

Al-Ḥasan Ibn Ṣāliḥ al-Baḥr

Ein Hadith berichtet, die Schöpfung habe in Finsternis gelegen, bis Gott einen Schwall Seines Lichts über sie sandte. Wer dieses Licht empfing, trat aus dem Nichtsein ins Dasein und wurde dort von den Strömen Seiner Barmherzigkeit genährt.

Um al-Banīn: das Gute empfangen, indem man es tut

Um al-Banīn

Empfängt man das Gute anders, als indem man es tut?

Ḥasan al-Baṣrī: eine Form der Dankbarkeit

Ḥasan al-Baṣrī

Mehrt die Nennung der Wohltaten Gottes, denn ihr Gedenken ist eine Form der Dankbarkeit.

Ḥasan al-Baṣrī

Ḥasan al-Baṣrī

Sei dieser Welt gegenüber wie ein Fastender und betrachte den Tod als dein Fest des Fastenbrechens. Meide die Menschen, wie du wilde Tiere meiden würdest.

Ḥasan al-Baṣrī

Ḥasan al-Baṣrī

Dem Gläubigen genügt, was einer Ziege genügt: eine Handvoll trockener Datteln und ein Schluck Wasser. Der Gläubige isst, der Heuchler freut sich. Der Gläubige nährt sich, weil er weiß, dass er unterwegs ist und noch nicht zu Hause angekommen. Er weiß, dass er dort alles finden wird, was er braucht.

Ḥasan al-Baṣrī

Ḥasan al-Baṣrī

Welch schlechter Diener (Allahs)! Ich spreche von einem Diener, auf den folgende Beschreibung zutrifft: Er bittet um Vergebung, während er sich in Sünde und Ungehorsam gefällt. Er benimmt sich demütig und ergeben, um in den Augen der anderen loyal zu erscheinen, während er in Wahrheit heuchelt, um seine Treulosigkeit zu verbergen. Er verbietet das Tadelnswerte, enthält sich seiner aber selbst nicht. Er empfiehlt das Gute, folgt aber nicht den eigenen Empfehlungen. Gibt er, so geschieht es geizig, und verweigert er das Geben, geschieht es ohne Entschuldigung. Ist er bei bester Gesundheit, fühlt er sich ruhig, erkrankt er aber, ist er voller Reue. Ist er arm, fühlt er sich traurig, und wird er reich, unterliegt er der Versuchung. Er erhofft das Heil, handelt aber nicht danach. Er fürchtet die Strafe, sucht sich aber nicht davor zu schützen. Er wünscht mehr Wohltaten, dankt aber nicht für das bereits Empfangene. Er liebt die Vorstellung geistigen Lohns, verpflichtet sich aber nicht zur Geduld. Er beeilt sich zu schlafen und verschiebt sein Fasten auf später.

Abū l-Ḥasan al-Būšanǧī

Abū l-Ḥasan al-Būšanǧī

Tu nichts, dessen du dich vor den beiden Engeln schämen könntest, die dir Gesellschaft leisten und von deinen Taten Zeugnis ablegen.

Scheich al-Būzīdī: die anderen Finger zeigen auf dich

Scheich al-Būzīdī

Wenn du deinen Zeigefinger auf deinen Bruder richtest, um die Tat zu zeigen, die deinem armen Hirn nicht gefallen hat, siehst du nur den Zeigefinger; doch die anderen Finger zeigen auf dich.

ʿUmar Ibn al-Fāriḍ

ʿUmar Ibn al-Fāriḍ

Der, dessen Hand nie Großzügigkeit kannte, wird freigebig, und der, dem es an Seelengröße fehlte, lernt, sich zu mäßigen, selbst im Zorn.

ʿUmar Ibn al-Fāriḍ

ʿUmar Ibn al-Fāriḍ

Käme es mir aus Nachlässigkeit zu, an einen anderen zu denken als Dich, ich zählte mich zu den Abtrünnigen.

Muḥammad ibn Aḥmad al-Farrāʾ

Muḥammad ibn Aḥmad al-Farrāʾ

Der Gläubige soll für seine Brüder eine Fackel während der Nacht sein und ein Stab während des Tages.

Ḥusayn Manṣūr al-Ḥallāǧ: was ist das für eine Erde, so leer von Dir …

Ḥusayn Manṣūr al-Ḥallāǧ

Was ist das für eine Erde, so leer von Dir, dass sie sich aufrichten, Dich in den Himmeln suchend? Und Du siehst sie, wie sie scheinbar nach Dir schauen, doch in ihrer Blindheit erblicken sie Dich nicht.

Al-Ḥallāǧ

Al-Ḥallāǧ

Wer, von Durst nach Gott, die Vernunft zum Führer nimmt, den führt sie auf die Weide einer Ratlosigkeit, wo sie ihn sich aufregen lässt. Seine Bewusstseinszustände verblassen dort im Zweideutigen, und er fragt sich, ratlos: „Existiert Er?“

Al-Qāsim al-Ḥarīrī

Al-Qāsim al-Ḥarīrī

Entschuldige stets deinen Bruder und sprich nicht das unbarmherzige Urteil dessen über ihn, der die verzweifelten Lagen nicht versteht.

Šayḫ Muḥammad al-Hāšimī

Šayḫ Muḥammad al-Hāšimī

Er mehre die Taten, welche die Sünden tilgen, er bitte Gott um Beistand, er verlasse sich auf Ihn, er schreite im Maße seiner schwachen Kräfte: „Und wer auf dem Weg wandelt, kommt an“ (ʿUmar al-Wardī).

Scheich Muḥammad al-Hāšimī

Scheich Muḥammad al-Hāšimī

Wahrlich, das göttliche Geheimnis liegt in der Aufrichtigkeit des Suchens.

Al-Ǧunayd: mehr Freude am Geben als am Empfangen

Al-Ǧunayd

Keiner von euch hat die Erlaubnis, das anzunehmen, was man ihm anbietet, außer der, der mehr Freude am Geben empfindet als am Empfangen.

Al-Ǧunayd: die Geduld …

Al-Ǧunayd

Geduld heißt, die Bitterkeit hinunterzuschlucken, ohne das Gesicht zu verziehen.

Abū Saʿīd al-Ḫarrāz: die Feinheit des Charakters

Abū Saʿīd al-Ḫarrāz

Die Feinheit des Charakters … besteht darin, jedes Vorurteil beiseitezulassen, sein Ego durch Geduld zu bezwingen, nichts von den anderen zu erwarten, die Lagen des Zerwürfnisses zu meiden, seine Armut zu verbergen und Fülle und Würde zu zeigen.

Šāh al-Kirmānī: mit den Augen des göttlichen Wesens schauen

Šāh al-Kirmānī

Wer die menschlichen Geschöpfe mit seinen eigenen Augen betrachtet, liegt mit ihnen stets im Streit; wer sie aber mit den Augen des göttlichen Wesens betrachtet, findet Entschuldigungen für das, was sie betrifft, und er weiß, dass sie nur das vermögen, was für sie von Ewigkeit her bestimmt wurde.

Al-Maǧḏūb: die Leute der Entblößung

Al-Maǧḏūb

O ihr, die ihr die geistigen Wissenschaften studiert: Hier überfluten die Ozeane. Das wissen die Bedürftigen, die aufrecht vor ihrem Herrn stehen.

Abū l-ʿAbbās al-Mursī: Glaube und Gottesfurcht

Abū l-ʿAbbās al-Mursī

Die Menschen haben ihre Angelegenheiten, und unsere Angelegenheit ist der Glaube und die Gottesfurcht.

Al-Mutanabbī: das Liebesleid

Al-Mutanabbī

In mich trat das Liebesleid wie ein Gift, vermischt mit Honig. Ich habe mich daran geweidet, und in dieser Weide lag der Tod.

Abū Yaʿqūb an-Nahraǧūrī: die Nachlässigkeit im Gedenken

Abū Yaʿqūb an-Nahraǧūrī

Man erkennt den, dessen Führung Gott Sich angenommen hat, daran, dass er seine Nachlässigkeit im Gedenken bemerkt, seinen Mangel an Treue und Aufrichtigkeit, und daran, dass er mit seinem Zustand niemals zufrieden ist. Er geht zu Gott in immer größerer geistiger Entblößung, bis er sich von jedem anderen Gegenstand der Begierde abwendet.

ʿAbd ar-Razzāq al-Qāšānī: der Ozean der Materie

ʿAbd ar-Razzāq al-Qāšānī

Zur Arche Noahs: Man kann die Arche esoterisch als das offenbarte Gesetz Noahs deuten, das ihn und die seines Volkes rettete, die an ihn glaubten … Die Sintflut wäre die Herrschaft des Ozeans der Materie und der Tod derer, die ihrer nicht entkleidet waren, indem sie einem Propheten gefolgt wären und ihre Seelen geläutert hätten …

Abū l-Qāsim al-Qušayrī: wir brauchen unbedingt Gott

Abū l-Qāsim al-Qušayrī

Ein Schüler sagte eines Tages zu Abū l-Qāsim al-Qušayrī: „O Meister, und die Nahrung?“ Er antwortete: „Gott.“ Der Schüler bestand darauf: „Wir brauchen unbedingt Nahrung.“ Worauf Abū l-Qāsim al-Qušayrī antwortete: „Wir brauchen unbedingt Gott.“

Yaḥyā Ibn Muʿāḏ ar-Rāzī: sich um den Dienst Gottes kümmern

Yaḥyā Ibn Muʿāḏ ar-Rāzī

Je mehr du dich um den Dienst Gottes kümmerst, umso mehr werden sich die Geschöpfe um deinen Dienst kümmern.

Yaḥyā Ibn Muʿāḏ ar-Rāzī: Der Getreue Gottes ist wie ein Basilikumhalm

Yaḥyā Ibn Muʿāḏ ar-Rāzī

Der Getreue Gottes ist wie ein Basilikumhalm, der einen angenehmen Duft verströmt. Die Gerechten atmen ihn ein. Sein Parfüm dringt in ihr Herz und entfacht in ihnen ein brennendes Verlangen, ihrem Herrn zu begegnen. Sie bringen ihrem Herrn eine noch innigere Anbetung dar, indem sie diesen Getreuen betrachten.

ʿUbāda ibn aṣ-Ṣāmit: als wäre es dein letztes Gebet

ʿUbāda ibn aṣ-Ṣāmit

Der wahre Reichtum besteht darin, nichts von dem zu erhoffen, was die Menschen besitzen. Hüte dich vor Habgier und Betteln, denn sie sind die Armut selbst! Was das Gebet angeht, verrichte es wie einer, der im Begriff ist, diese Welt zu verlassen.

Sarī as-Saqaṭī

Sarī as-Saqaṭī

Wer vergibt, obwohl er sich rächen könnte, dem wird seinerseits von Gott in Seiner Allmacht vergeben.

Šayḫ ʿAbd al-Ḫāliq aš-Šabrāwī

Šayḫ ʿAbd al-Ḫāliq aš-Šabrāwī

Der Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) sagte: Das Bittgebet ist das „Mark“ der Anbetung. Das Mark einer Sache ist ihr Wesen. Das Bittgebet ist das Mark, weil der Flehende darauf verzichtet, sich irgendeine Macht oder Fähigkeit zuzuschreiben, und anerkennt, dass alles Gott allein gehört. Bittgebet des Propheten (nach Ibn al-ʿAbbās): Mein Gott, ich bitte Dich um die Barmherzigkeit, die von Dir kommt. Durch sie wirst Du mein Herz leiten, was in mir zerstreut ist, wirst Du sammeln, was in mir in Unordnung ist, wirst Du ordnen, durch sie wirst Du meine Empörungen abwehren, meine Religion richten, das Verborgene in mir bewahren, das erhöhen, was sich offenbaren soll, mein Werk reinigen, mein Antlitz erleuchten, meinen Wandel einspiegeln und mich vor allem Übel bewahren.

Aš-Šāḏilī: dich nur an deinen Herrn wenden

Abū l-Ḥasan aš-Šāḏilī

Wenn du Gott anrufst, soll deine Sorge nicht sein, deine Bitte erhört zu sehen, sondern einzig, dich an deinen Herrn zu wenden.

Scheich aš-Šāḏilī: der, der die Barmherzigkeit Gottes auf Erden nicht sehen wollte

Scheich aš-Šāḏilī

Ein Mann kam zum Scheich aš-Šāḏilī, um sich über die sehr zahlreichen Sünden eines seiner Nachbarn zu beklagen. Der Scheich sagte zu ihm: „Du bist offenkundig einer, der es nicht mag, die Sünde auf Erden zu sehen. Nicht wahr? Nun, wisse, dass der, der es nicht erträgt, die Menschen Fehler begehen zu sehen, auch nicht duldet, die Barmherzigkeit Allahs wirken zu sehen, und er wird die Fürbitte des Propheten am Tag des Jüngsten Gerichts nicht ertragen.“

Abū l-Ḥasan aš-Šāḏilī: ein dankerfüllter Diener

Abū l-Ḥasan aš-Šāḏilī

Als ich mich eines Tages in einer Höhle befand, erzählte der Scheich Abū l-Ḥasan aš-Šāḏilī, wandte ich mich so an Gott: Mein Gott, wann werde ich ein dankerfüllter Diener Dir gegenüber sein (ʿabd šakūr)? Als du meinen wirst, dass du der Einzige bist, dem die göttlichen Wohltaten zuteilwerden, wurde mir geantwortet. Mein Gott, sprach ich, wie könnte ich mich als das einzige Wesen begreifen, dem Du Deine Wohltaten schenkst, wo sie doch zuvor die Propheten, die Religionsgelehrten und die Könige empfangen haben? Ich erhielt diese Antwort: Ohne die Propheten hättest du kein geistiges Vorbild; ohne die Gelehrten hättest du dein Leben nicht dem göttlichen Gesetz gemäß gestalten können; ohne die Könige wärst du nicht in Sicherheit. Alle diese Wesen bilden also Meine Wohltat für dich.

Abū l-Ḥasan aš-Šāḏilī

Abū l-Ḥasan aš-Šāḏilī

Eines Nachts sah ich den Propheten (Friede und Segen seien auf ihm) im Traum. Er sprach zu mir: „O ʿAlī, reinige dein Gewand von seinen Unreinheiten, und du wirst bei jedem deiner Atemzüge göttlichen Beistand erlangen.“ Ich fragte ihn: „Was ist das für ein Gewand, o Gesandter Gottes?“ „Gott“, antwortete er, „hat dich mit den Zieraten des Glaubens, der Erkenntnis, der Liebe und des Bekenntnisses der göttlichen Einheit bekleidet.“ Da verstand ich den Sinn des Verses: „Und deine Kleider reinige“ (Koran 74, 4).

Imām Ǧalāl ad-Dīn as-Suyūṭī

Imām Ǧalāl ad-Dīn as-Suyūṭī

Der Sufismus ist seinem Wesen nach eine edle Wissenschaft. Er besteht darin, die Sunna anzuwenden, die Neuerungen zu lassen, sich vom Ego loszusagen, von seinen Gewohnheiten, seinen schäbigen Interessen, seinen Neigungen und persönlichen Entscheidungen, um sich Allah zu überlassen, zufrieden mit Seinem Willen, Seine Liebe suchend und sehend, dass alles andere eitel ist.

Abū Bakr al-Fārisī aṭ-Ṭamastānī

Abū Bakr al-Fārisī aṭ-Ṭamastānī

Der beste Mensch ist der, der das Gute beim anderen sieht und weiß, dass die Wege, die zu Gott führen, zahlreich sind und von denen abweichen, denen er folgt. So betrachtet er die Unvollkommenheiten, die in ihm sind, ohne die der anderen zu sehen oder ihr Mangelhaftes.

Abū Bakr al-Warrāq: Begierde und Zweifel an der Vorsehung

Abū Bakr al-Warrāq

Fragte man die Begierde: „Wer ist dein Vater?“, antwortete sie: „Der Zweifel an der Vorsehung.“ Fragte man sie nach ihrer Aufgabe, antwortete sie: „Zur Niedrigkeit zu führen.“ Und fragte man sie nach ihrem Ziel, antwortete sie: „Die Entbehrung.“

Anṣārī: Alle sind Nichts außer Ihm

Anṣārī

Alles, was nicht Er ist, findet sich gefangen zwischen einem Gestern, das nicht mehr ist, einem Heute, das entschwindet, und einem Morgen, das noch nicht ist. Alle sind Nichts außer Ihm, es sei denn, sie sind durch Ihn. Das ganze Sein ist Er: Die Regengüsse, die den Ozean erreichen, verlieren sich in ihm; der Stern im Licht des Tages verblasst; und wer zum Herrn gelangt, geht in sich selbst unter.

Anṣārī

Anṣārī

Nichts kommt von irgendwem für Dich. Nichts kommt von Dir für irgendwen. Alles kommt von Dir für Dich. Du bist alles, und das ist alles.

Anṣārī

Anṣārī

Die Futuwwa, die geistliche Ritterlichkeit, hat drei Grundlagen: sich selbst mit Klugheit zu begegnen, den Menschen mit Geduld und Gott in Bedürftigkeit. Klugheit sich selbst gegenüber heißt, den eigenen Wert zu kennen, das Maß des eigenen Tuns zu erkennen und an sich zu arbeiten. Die Geduld den Menschen gegenüber heißt, mit ihnen ihren Fähigkeiten gemäß zufrieden zu sein, ihnen Entschuldigungen zu finden und ihnen so gut es geht Recht widerfahren zu lassen. Die Bedürftigkeit Gott gegenüber besteht darin zu sehen, dass alles, was von Ihm kommt, Dankbarkeit verlangt, dass alles, was du für Seinen Dienst tust, Entschuldigungen verlangt, und dass das, was dir von Seiner Wahl kommt, gerecht ist.

Abū Zayd ʿAbd ar-Raḥmān: woher kommst du …

Abū Zayd ʿAbd ar-Raḥmān

Woher kommst du, o du, mit Geist Begabte, von Liebe entflammt, geistig, unbewegt in der Entfaltung deiner Herrlichkeit, herrisch in all deinen Zuständen?

Imām ar-Rifāʿī

Imām ar-Rifāʿī

Der Scheich ist der, der dich an das Buch und an die Sunna bindet.

Scheich Arslān

Scheich Arslān

Du taugst uns nicht zum Freund, solange du auf einen anderen achtest als Uns.

Scheich Dāwūd aṭ-Ṭāʾī

Scheich Dāwūd aṭ-Ṭāʾī

Verhalte dich in dieser Welt wie ein Faster und betrachte deinen letzten Tag als das Fest des Fastenbrechens.

ʿAṭṭār: die Hunde der nafs von al-Ḥallāǧ

ʿAṭṭār

Ein Scheich ging eines Tages, um Manṣūr al-Ḥallāǧ zu treffen, der schwarz gekleidet war und von zwei Hunden begleitet wurde. Er lud ihn zum Essen ein und räumte ihm seinen Platz. Manṣūr al-Ḥallāǧ ließ seine beiden Hunde sitzen und teilte sein Brot mit ihnen. Als er fortging, tadelten die Schüler den Scheich. Er antwortete ihnen: Eure eigenen Hunde sind in euch, und ihr seid es, die ihnen folgen. Er hält sie an der Leine, und sie sind es, die ihm folgen. Es sind in Wahrheit die Hunde seiner nafs (seines Egos).

ʿAṭṭār: mit reinem Blick schauen

ʿAṭṭār

Ein toter Hund lag auf einem Weg, das Maul aufgerissen. Von ihm ging ein übler Geruch aus. Jesus, der Sohn der Maria, kam vorbei und sagte zu seinen Gefährten: „Dieser Hund gehört Ihm. Seht die Weiße seiner Zähne.“ Er nahm weder die Hässlichkeit noch den üblen Geruch wahr. Er sah nur die Tugenden. Übe dich im reinen Sehen, wenn du Sein Diener bist, und bewahre einen klaren Blick, wenn du dem Allsehenden dienst … Wähle die Güte und die Wohltat. Das Mitleid und die Treue. Kennst du Gott, sei ergeben, danke Ihm für Seine Wohltaten. Vergiss nicht, dass du dich monate- und jahrelang vom göttlichen Manna ernährst.

ʿAṭṭār: meide das „Ich“

ʿAṭṭār

Gott sprach zu Seinem Freund: Willst du das Geheimnis wissen? So frage doch den Satan. Der Mann traf den Teufel und befragte ihn nach diesem Geheimnis. „Erinnere dich nur an dies“, sagte ihm der Satan. „Wenn du nicht werden willst wie ich, meide das ‚Ich‘.“

Farīd ud-Dīn ʿAṭṭār

Farīd ud-Dīn ʿAṭṭār

Bemühst du dich zu jeder Stunde, in die Gegenwart zu gelangen, wirst du das Ehrenkleid verdienen und diesen Ruf vernehmen: „Wirf dich nieder und nahe dich.“ (Koran 96, 19)

Bayhaqī

Bayhaqī

Wer Gott liebt, kann nichts anderes brauchen als Gott.

Tierno Bokar: Er entzieht sich jeder Definition

Tierno Bokar

Gott bringt den Verstand in Verlegenheit: Was immer du dir von Ihm vorstellst und in Worte fasst, ist nicht mehr Gott, sondern nur deine eigene Vorstellung von Ihm. Er entzieht sich jeder Definition.

Tierno Bokar: die Theologien ohne die Liebe im Herzen

Tierno Bokar

Wer auch alle Theologien aller Bekenntnisse auswendig lernte: Hat er nicht die Liebe in seinem Herzen, kann er sein Wissen als ein wertloses Gepäck betrachten. Niemand wird die göttliche Begegnung genießen, der nicht Liebe im Herzen hat. Ohne sie sind die fünf Gebete bedeutungslose Gestikulationen. Ohne sie ist die Pilgerfahrt ein Spaziergang ohne Gewinn.

Tierno Bokar: zu lieben, was uns gleicht, heißt, sich selbst zu lieben

Tierno Bokar

Gott ist Liebe und Macht. Die Schöpfung der Wesen geht aus Seiner Liebe hervor und nicht aus irgendeinem Zwang. Zu hassen, was der göttliche, durch Liebe wirkende Wille hervorbringt, heißt, dem göttlichen Wollen entgegenzutreten und Seine Weisheit in Frage zu stellen. Ein Wesen aus der ursprünglichen Liebe auszuschließen heißt, sich einer grundlegenden Unwissenheit schuldig zu machen. Das Leben und die Vollendung sind in der göttlichen Liebe enthalten, die sich als strahlende Kraft offenbart, als schöpferisches Wort, das das lebendige Nichts beseelt. Aus diesem lebendigen Nichts hat Er Formen hervortreten lassen, die Er in Reiche verteilte. Lassen wir unsere Liebe nicht auf uns selbst ausgerichtet sein! Lassen wir sie uns nicht dazu treiben, nur das zu lieben, was uns gleicht, und nur die Ideen anzunehmen, die den unseren ähneln! Nur zu lieben, was uns gleicht, heißt, sich selbst zu lieben; das ist nicht lieben!

Tierno Bokar: wenn wir nur gute Gedanken ausstrahlen

Tierno Bokar

Strahlen wir nur gute Gedanken aus, kann uns kein Übel, kein Fluch je in unserem Wesen erreichen. Darum sollen wir immer segnen, unsere Freunde ebenso wie unsere Feinde. Nicht nur geht der Segen auf sein Ziel zu, um dort sein Werk der Besänftigung zu vollbringen, er kommt auch zu uns zurück, früher oder später, mit all dem Guten, dessen er geladen war. Das nennen die Sufis den „heilsamen Eigennutz“. Gemeint ist eine Selbstliebe, die mit der Achtung vor sich selbst und vor dem Nächsten verbunden ist, weil jeder Mensch, gut oder böse, Verwahrer eines Teilchens des göttlichen Lichts ist. Darum wollen die Sufis, der Lehre des Propheten folgend, weder ihren Mund noch ihr Wesen durch böse Worte oder böse Gedanken besudeln, selbst nicht durch scheinbar harmlose Kritiken.

Tierno Bokar

Tierno Bokar

Ein Kaufmann, der aus Habgier dem einen Pfennig verweigert, der ihm den Start ermöglicht hat, ist ein Beispiel sittlicher Hässlichkeit. Doch wie viel größer ist die Hässlichkeit des Menschen, der Gott seine Anbetung verweigert, von dem er doch das Prinzip des Lebens selbst empfangen hat, Quelle und Vollendung der Liebe! Gott gehört alles, was in den Himmeln und auf der Erde ist. Kann man dem einen Teil verweigern, der das Ganze erschaffen und gegeben hat? Nein, gewiss nicht; und doch ist es das, was die Irrenden in den Irrwegen des irdischen Lebens tun.

Tierno Bokar

Tierno Bokar

Das Übel muss mit den Waffen des Guten und der Liebe bekämpft werden. Wenn die Liebe ein Übel vernichtet, ist dieses Übel für immer getötet. Die rohe Gewalt gräbt das Übel, das sie bekämpfen und vernichten will, nur vorläufig ein. Das Übel aber ist ein zäher Samen. Einmal eingegraben, entwickelt er sich im Geheimen, keimt und kehrt noch kräftiger wieder.

Buḥayra al-ʿĀbida: die Begierden lassen

Buḥayra al-ʿĀbida

Lernt das Herz, die Begierden zu lassen, wird es ein Vertrauter des Wissens und folgt ihm überallhin, indem es alles trägt, was ihm widerfährt.

Čištī: die Klagen der Betrübten hören

Čištī

Das Gebet besteht darin, die Klagen der Betrübten zu hören und ihnen beizustehen; den Bedürftigen und Unterdrückten zu helfen; die zu speisen, die hungern, und die Gefangenen aus ihrer Gefangenschaft zu befreien.

Erzählung: mein Esel ist verlorengegangen

Erzählung

Ǧūḥā kommt auf den Marktplatz und ruft: Lob sei Gott! Lob sei Gott! Mein Esel ist verlorengegangen. Lob sei Gott! Ein Vorbeigehender tritt heran und bemerkt: Du solltest dich eher beklagen! Ǧūḥā erwidert: Lob sei Gott! Wäre ich auf ihm geblieben, wäre auch ich verloren.

Erzählung: die dem Meister Nächsten

Erzählung

Ein Meister fragte eines Tages einen Höfling, der ihn besucht hatte: Wer steht am Hof dem Monarchen am nächsten? Die Großen des Reiches, nach einer strengen Rangordnung! Das kleine Volk hat keine Chance, sich ihm zu nähern oder mit ihm zu sprechen. „Hier“, sagte der Scheich zu ihm, „ist es genau umgekehrt. Die Nächsten sind die Schwächsten und die, die am meisten zu lernen haben. Dort fern hinten findest du die, für die es gleichgültig ist, ob sie meine Worte hören oder nicht.“

Ǧāmī

Ǧāmī

Du wünschst, durch die Mystik dir selbst zu entrinnen. Vertreibe aus deinem Kopf Begehren und Leidenschaft, gib her, was deine Hand festhält, und ertrage die Wunde von hundert Prüfungen, ohne von der Stelle zu weichen.

Scheich al-ʿAlāwī: zu wissen, ob die Barmherzigkeit Gottes in euch ist

Scheich al-ʿAlāwī

Es geht nicht darum zu wissen, ob ihr in der Barmherzigkeit Gottes seid, sondern vielmehr, ob die Barmherzigkeit Gottes in euch ist.

Scheich Aḥmad al-ʿAlāwī: die Gemeinschaft der wahren Gläubigen

Scheich Aḥmad al-ʿAlāwī

… dich zu verpflichten, deine Brüder, die Sufis, als Glieder der Gemeinschaft der wahren Gläubigen zu betrachten, deren jede Person wir, die einen wie die anderen, zu achten haben. Der Prophet sagte: „Wer nach unserem Gebet betet, unsere Gebetsrichtung einhält und von unseren geschlachteten Speisen isst, ist ein Muslim; er steht unter dem Schutz eines Bundes zwischen Gott und Seinem Gesandten. Seid also nicht die Ursache der Verletzung des Bundes Gottes.“ (Hadith, Buḫārī)

Scheich Aḥmad al-ʿAlāwī: Einengung und Entfaltung

Scheich Aḥmad al-ʿAlāwī

„Gott ist der, der einengt und der entfaltet.“ (Koran 2, 245) Dadurch, dass der Gotteserkennende bei Dem ist, der einengt, und nicht in der Einengung selbst, und bei Dem, der entfaltet, und nicht in der Entfaltung selbst, ist er mehr wirkend als leidend, und es ist, als sei ihm nichts widerfahren … Eben das, was für andere das Feuer der Hölle wäre, wird für dich ein Paradies werden, da dich die Hand der Barmherzigkeit, der Gnade und der Fürsorge hin und her wiegt und dafür sorgt, dass du keinerlei Leid kennst und an nichts Mangel leidest … Sei auf Gott ausgerichtet, indem du alles, was von Ihm kommt, zufrieden aufnimmst. Sorge dich um nichts, sondern lass jede Sache sich um dich kümmern. Deinerseits kümmere dich darum, das Unendliche zu verkünden, indem du sprichst: „Es gibt keinen Gott außer Gott“, so völlig von allen Dingen befreit, bis du dahin gelangst, im einen wie im anderen Zustand derselbe zu sein und bei Ṣafā zu sein, wie du bei Marwa bist, und bis die Vollendung (kamāl), die Glückseligkeit zugleich in der Majestät und in der Schönheit, deine Eigenschaft sei.

Sidi Yāqūt al-ʿAršī

Sidi Yāqūt al-ʿAršī

Er ist nur, was Er gewollt hat. So lass deine Qualen fahren und entspanne dich. Lass diese Angelegenheiten, die dich beschäftigen, und ruhe dich aus.

Al-Būṣayrī

Al-Būṣayrī

Tu das Gegenteil von dem, was dir dein Ego und der Satan einflüstern. Gehorche ihnen nicht. Meinst du, sie rieten dir gut, beschuldige sie trotzdem.

Emir ʿAbd al-Qādir: wenn ein Sonnenstrahl

Emir ʿAbd al-Qādir

Wenn ein Sonnenstrahl durch eine Dachluke dringt und sich an die Wand wirft, kannst du sagen, dass sich die Sonne an der Wand spiegelt. Und doch: Was ist schon gemeinsam zwischen der Sonne und dem Spiegelbild eines ihrer Strahlen?

Emir ʿAbd al-Qādir: wenn er das Almosen gibt

Emir ʿAbd al-Qādir

Wenn er das Almosen gibt, sieht er, dass der, der gibt, Gott ist, und dass der, der empfängt, auch Gott ist, wie es im Vers heißt: „Wissen sie nicht, dass Allah selbst es ist, der die Umkehr Seiner Diener annimmt und die Almosen entgegennimmt?“ (Koran 9, 104)

Emir ʿAbd al-Qādir: behauptest du, mich zu lieben …

Emir ʿAbd al-Qādir

Gott sprach zu einem Seiner Diener: „Behauptest du, Mich zu lieben? Ist dem so, wisse, dass deine Liebe zu Mir nur eine Folge Meiner Liebe zu dir ist. Du liebst den, der ist. Ich aber habe dich geliebt, als du noch nicht warst!“ Dann sprach Er zu ihm: „Behauptest du, dich Mir nähern zu wollen? Ich aber suche dich weit mehr, als du Mich suchst! Ich habe dich gesucht, damit du in Meiner Gegenwart seist, ohne jeden Mittler, an dem Tag, an dem Ich sprach: ‚Bin Ich nicht euer Herr?‘ (Koran 7, 172), als du nur Geist warst (rūḥ). Dann hast du Mich vergessen, und Ich habe dich erneut gesucht, indem Ich dir Meine Gesandten schickte, als du einen Leib hattest. All das war Liebe zu dir, für dich, und nicht für Mich.“

Emir ʿAbd al-Qādir: Ist nicht jede Sache außer Allah bloße Täuschung?

Emir ʿAbd al-Qādir

Das wahrhaftigste Wort, das je ein Dichter gesprochen hat, ist dieses: „Ist nicht jede Sache außer Allah bloße Täuschung?“ Was Täuschung ist, ist pures Nichts, und schreibt man das Sein etwas anderem zu als der göttlichen Wirklichkeit (al-Ḥaqq), so geschieht es nur bildlich, denn es ist ein bloß vorgestelltes Dasein. Das Sein gehört einzig Ihm, erhaben sei Er. Alles andere hat es nur im übertragenen Sinn, wie bei rein bildlichen Beziehungen.

Ḥamza Fanṣūrī: Gebet und mystische Erkenntnis (maʿrifa)

Ḥamza Fanṣūrī

Wisset, dass der Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) sagte: „Al-maʿrifa sirrī“, das heißt: Die (mystische) Erkenntnis ist mein Geheimnis. Der Gesandte Gottes sagte auch: „Lā taṣiḥḥu aṣ-ṣalātu illā bi-l-maʿrifa“, das Gebet ist nur mit der Erkenntnis gültig.

Faṭīma von Nīšāpūr: die Bewahrung des beständigen Gedenkens Gottes

Faṭīma von Nīšāpūr

Wer in sich das Gedenken Gottes (dhikr) beständig bewahrt, den macht Allah stumm über alles, was nicht die Wahrheit ist. Er verpflichtet ihn, in seinem Verhalten anständig zu bleiben und die Lauterkeit der Absicht in sich zu pflegen.

Faṭīma an-Nīsābūriyya: daher- und dawiderreden

Faṭīma an-Nīsābūriyya

Wer Gott nicht in jedem Ding betrachtet, verfällt und redet daher und dawider.

Ḥāfiẓ

Ḥāfiẓ

Kein Sterblicher konnte Dich erblicken, doch tausend Liebende verlangen nach Dir; es gibt keine Nachtigall, die nicht wüsste, dass in der Knospe die Rose schläft.

Ḥāfiẓ: gib dein Herz nicht dieser Welt

Ḥāfiẓ

Gib dein Herz nicht dieser Welt, ihren Gütern: Von ihrer Treue hat nie jemand etwas gesehen; niemand aß ihren Honig, ohne ihren Stich zu erleiden; und niemand kann in diesem Garten die Datteln pflücken, ohne die Dornen zu erleiden; und jede Fackel, die in dieser Welt entzündet ward, wurde vom Wind gelöscht, sobald sie leuchtete. Wer sorglos sein Herz der Welt gibt, nährt seinen Feind. Hast du das wohl gesehen?

Ḥamdūn

Ḥamdūn

Für ein Geschöpf, den Beistand eines anderen Geschöpfs zu erflehen, heißt, zu handeln wie ein Gefangener, der einen anderen Gefangenen um Hilfe ruft.

Huǧwīrī: versuche, über das Herz zu mir zu kommen

Huǧwīrī

Eines Tages begab ich mich zu einem großen Scheich namens Bāb al-ʿĀmm (das Tor zur unsichtbaren Welt). Er fragte mich: „Warum dieser Besuch?“ „Ich wollte den Scheich mit meinen Augen sehen, damit er mich segne“, sagte ich ihm. Er sah mich lächelnd an und sagte zu mir: „Ich sehe dich seit dem und dem Tag.“ Es war genau der Tag meiner Umkehr. Er fuhr fort: „Ich werde dich sehen, solange du auf diesem Weg bist. Wisse, dass das Reisen und das Aufheben der Distanz ein Kinderspiel ist; versuche, über das Herz zu mir zu kommen. Dort wirst du unendlich mehr finden als in der leiblichen Gegenwart der Scheiche.“

Huǧwīrī: unfähig, ein paar Stunden meinen Herrn anzubeten

Huǧwīrī

Ein Trunkener begab sich nachts zur Wohnstatt seiner Geliebten. Er kletterte auf die Schultern seines Freundes und fing an, sie zu betrachten. Er war so verwundert über ihre Schönheit und die Liebe, die er für sie empfand, dass er die Nacht vergehen sah, ohne es zu merken. Als der Gebetsruf erscholl, hielt er ihn für den der Nacht, dabei war es das Gebet der Morgendämmerung. Das war der Anfang seiner Umkehr. Wie, sagte er sich, kann ich eine Nacht damit verbringen, vor einem Menschen zu staunen, bis ich die Zeit vergehen sehe, ohne es zu merken? Und warum bin ich unfähig, ein paar Stunden damit zu verbringen, meinen Herrn anzubeten?

Huǧwīrī: das Schweigen ist besser als die Rede

Huǧwīrī

Eines Tages hörte Abū Bakr aš-Šiblī, als er durch die Straßen Bagdads ging, einen Betrüger verkünden: „Das Schweigen ist besser als die Rede.“ Šiblī erwiderte ihm: „Dein Schweigen ist besser als deine Rede, aber meine Rede ist besser als mein Schweigen; denn deine Rede ist Eitelkeit und dein Schweigen ein eitler Scherz, während mein Schweigen Bescheidenheit ist und meine Rede Schweigen.“

Sahl Ibn ʿAbdallāh

Sahl Ibn ʿAbdallāh

Ein Mensch wäre für Gott ohne Wert, wenn er sich weiter um seinen Unterhalt sorgte, obwohl er darüber eine göttliche Bürgschaft empfangen hat.

Ibn ʿArabī: Der, dessen Zunge schweigt

Ibn ʿArabī

Der, dessen Zunge schweigt, auch wenn sein Herz nicht schweigt, erleichtert seine Last; der, dessen Zunge und Herz beide schweigen, reinigt sein „geheimes Zentrum“ (sirr), und sein Herr offenbart sich darin; der, dessen Herz schweigt, dessen Mund aber spricht, spricht die Worte der Weisheit; doch der, bei dem weder Zunge noch Herz schweigen, ist ein Gegenstand des Satans und seiner Herrschaft unterworfen.

Ibn ʿArabī: das Parfüm der Wahrheit

Ibn ʿArabī

Der Mistkäfer verträgt das Parfüm der Rose nicht, obwohl es zu den besten gehört; für den Mistkäfer aber ist es widerwärtig. Ebenso kann ein Mensch, der ihm innerlich und äußerlich gleicht, die Wahrheit nicht ertragen, wenn er sie hört …

Ibn ʿArabī: nimm deine Waschungen mit dem Wasser des Geheimnisses

Ibn ʿArabī

Nimm deine Waschungen mit dem Wasser des Geheimnisses vor, wenn du ein Mann des Geheimen bist; andernfalls begnüge dich mit Sand und Steinen.

Yūsuf ibn Asbāṭ: wie einer, der nur durch seine Werke Heil hat …

Yūsuf ibn Asbāṭ

Handle wie einer, der nur durch seine Werke allein Heil haben wird, und vertraue dich Allah an wie einer, dem nur widerfahren wird, was ihm bestimmt wurde.

Ibn Mašīš: der Ozean der Einheit

Ibn Mašīš

Ertränke mich, tauche mich in den Ozean der Einheit, bis ich nur durch Sie sehe, höre, fühle und berühre.

ʿAbdallāh Ibn Masʿūd: Reichtum oder Armut

ʿAbdallāh Ibn Masʿūd

Ich kümmere mich nicht um die Lagen, in denen ich mich befinden mag, Reichtum oder Armut. Für die Armut gibt es die Geduld. Für den Reichtum gibt es den Dank.

ʿAbdallāh Ibn Masʿūd: ein Gast, dessen Güter nur geliehen sind

ʿAbdallāh Ibn Masʿūd

Jeden Morgen erwacht jeder Mensch in dieser Welt wie ein Gast, dessen Güter nur geliehen sind. Denn der Gast wird weiterziehen, und die Güter werden zurückgegeben.

ʿAbdallāh Ibn Masʿūd: sei mit dem zufrieden, was Gott dir zuteilte

ʿAbdallāh Ibn Masʿūd

Sei zufrieden mit dem, was Gott dir zuteilte, so wirst du der reichste der Menschen sein. Meide, was Gott dir verboten hat, so wirst du der gottesfürchtigste der Menschen sein. Erfülle, was Gott dir auferlegt hat, so wirst du der beste Diener unter den Menschen sein.

Yaḥyā Ibn Muʿāḏ: der Wein des Teufels

Yaḥyā Ibn Muʿāḏ

Diese Welt ist wie der Wein des Teufels. Wer sich an ihr berauscht, wacht erst inmitten der Toten auf, in der Reue, unter den Verlierern.

Muḥammad ibn Munawwar: der Gelehrte und der Scheich Abū Saʿīd

Muḥammad ibn Munawwar

Der Scheich Abū Saʿīd predigte in Nīšāpūr. Ein Gelehrter war zugegen. Er sagte sich bei sich: „Ich habe nichts von dem, was der Scheich sagt, in den sieben Teilen des Korans gesehen.“ In diesem Augenblick wandte der Scheich sich ihm zu und sagte zu ihm: „Was ich sage, findet sich im achten Teil. Der siebte ist der, der sich aus dem Gebot Gottes ergibt (‚O Prophet, mache kund, was dir von deinem Herrn offenbart wurde‘ (Koran 5, 67)) … und der achte entspringt dem, was Er hinzufügte (‚Er offenbarte Seinem Diener, was Er ihm zu offenbaren hatte‘ (Koran 53, 10)).“ Der Scheich Abū Saʿīd fuhr fort: „Glaubt ihr, das Wort Gottes sei begrenzt? Was der Herr dem Muḥammad offenbarte, sind diese sieben Teile des Korans. Was Er offenbart und immer offenbaren wird, wird niemals aufhören. Zu jeder Stunde werden Seine Diener Seine Botschaften empfangen, dem gemäß, was der Gesandte Gottes sagte: ‚Nehmt euch vor der Scharfsicht der Gläubigen in Acht, denn sie schauen mit dem Licht Gottes‘ (Hadith).“

Hadith, Ibn Naǧǧār

Hadith, Ibn Naǧǧār

Der Glaube ist keine vage Aneignung oder eine bloße Zierde: Er ist das, was im Herzen Wurzeln schlägt und durch die Tat bestätigt wird.

Ismāʿīl ibn Nuǧayd

Ismāʿīl ibn Nuǧayd

Niemand wird etwas von ihrer geistigen Stufe erreichen (die malāmatīs), solange ihm nicht in seinen eigenen Augen alle seine Taten als Heuchelei erscheinen und alle seine inneren Zustände als eitle Anmaßungen.

Scheich al-Islām Ibn Taymiyya: der Dhikr … wie das Wasser für den Fisch

Scheich al-Islām Ibn Taymiyya

Das Gedenken Allahs (dhikr) ist für das Herz wie das Wasser für den Fisch. Wie wäre der Zustand des Fisches außerhalb des Wassers?

ʿIrāqī: die Intelligenz ist blind

ʿIrāqī

Die Intelligenz ist blind.

ʿUmar Ḫayyām: diese Welt ist nur ein Augenblick

ʿUmar Ḫayyām

Um Gottes willen, ziehe nicht das Gewand der Heuchelei an. Das künftige Leben ist das Immer. Diese Welt ist nur ein Augenblick. Verkaufe nicht das Reich der Ewigkeit für eine Sekunde.

Maǧīda: seine Zeit mit eitelen Spielen verbringen

Maǧīda

Seltsame Gemüter, die der Bewohner dieser Welt! Sie befinden sich in einem Haus, in dem jeder die Mahnung erhalten hat, sich auf eine unmittelbar bevorstehende Reise vorzubereiten. Und doch hören sie nicht auf, ihre Zeit mit eitelen Spielen zu verbringen, als gelte der Ruf nicht ihnen, als seien die auf dem Spiel stehenden Interessen nicht die ihren und beträfen nur Leute, die ihrer Gruppe fremd sind.

Maǧīda al-ʿAdawiyya al-Qurašiyya: die Vorbereitung auf das letzte Rendezvous

Maǧīda al-ʿAdawiyya al-Qurašiyya

Die Gläubigen sind zu sehr in die lange Vorbereitung auf das letzte Rendezvous vertieft, um sich um anderes zu kümmern.

Ḫwāǧa Mīr Dard

Ḫwāǧa Mīr Dard

Solange mein Leben währt, werde ich nach Dir suchen. Solange mein Leben währt, wird das mein Suchen sein.

Muʿāḏa von Baṣra: widerstehe dem Schlaf

Muʿāḏa von Baṣra

Sei geduldig, o meine Seele, widerstehe dem Schlaf, denn er wird gewiss dein Los im Grab sein.

Abū l-ʿAbbās Qaṣṣāb

Abū l-ʿAbbās Qaṣṣāb

Eine umgestülpte Schüssel füllt sich niemals. Wenn du dabei bleibst, der Wirklichkeit den Rücken zu kehren, werden Glück und Unglück auf deinem Herzen abgleiten wie das Wasser eines Flusses auf den Kieseln. Der Mensch aber braucht Glück und Unglück, um im Gleichgewicht zu leben.

Rābiʿa al-ʿAdawiyya: von den Gütern dieser Welt reden

Rābiʿa al-ʿAdawiyya

Der Gesandte Gottes sagte: Wer etwas liebt, spricht ständig davon. Von den Gütern dieser Welt zu reden, und wäre es nur, um ihren Besitz zu tadeln, zeigt, dass die Müßigkeit noch eure Herzen innehat. Ihr würdet nicht so oft davon reden, wärt ihr in andere Güter getaucht als diese.

Rābiʿa al-ʿAdawiyya: die wahre Bitte um Vergebung

Rābiʿa al-ʿAdawiyya

Wenn wir Gott um Vergebung unserer Fehler bitten, müssen wir Ihn auch bitten, uns den Mangel an Aufrichtigkeit in der Bitte um Vergebung selbst zu verzeihen.

Abū ʿAlī Rūḏbārī

Abū ʿAlī Rūḏbārī

Kein Gefängnis ist für den seufzenden Liebenden unerträglicher als die Gesellschaft derer, die nicht wie er sind.

Ruqayya von Mossul: das ewige Heil und die kanonischen Kommentare

Ruqayya von Mossul

O Juristen, übt euer Talent als Kommentatoren des religiösen Gesetzes an den Riten, die das ewige Heil verschaffen, und nicht an der kanonischen Art, auf ein Maultier oder eine junge Kamelstute zu steigen!

Sayyid Sulṭān: lerne, wirklich demütig zu sein

Sayyid Sulṭān

Betest du und empfindest dabei Zufriedenheit, hat dich dein Gebet schlechter gemacht. In diesem Fall höre auf zu beten, bis du gelernt hast, wirklich demütig zu sein.

Šabistarī

Šabistarī

Dein Dasein ist nichts als Dornen und Unkraut. Wirf das alles weit von dir. Geh fegen in die Kammer deines Herzens, bereite sie darauf vor, die Wohnstätte des Geliebten zu werden. Wenn du herauskommst, wird Er hineingehen. In dir, deiner selbst entleert, wird Er Seine Schönheit offenbaren.

Šiblī: das Falsche

Šiblī

Šiblī fragte eines Tages einen seiner Schüler: „Weißt du, was an deinem Bemühen, dich mit Gott zu vereinen, falsch ist?“ „Nein, Meister.“ „Du sorgst dich einzig darum, Ihn zu dir zu rufen.“

Aš-Šiblī: Furcht und Öffnung der Weisheit

Aš-Šiblī

Jeden Tag fürchtete ich Allah. Jeden Tag ließ mich Seine Furcht von Ihm her eine Öffnung der Weisheit und der Lehre erahnen.

Scheich Tādilī: Dein Bruder … der sich schadet, um dir zu nützen

Scheich Tādilī

Dein wahrer Bruder ist der, der bei dir ist, der sich schadet, um dir zu nützen, der sich, wenn dich die Wechselfälle der Zeit beuteln, auflöst, um dich zu sammeln.

Abū Yaʿqūb Sūsī: die reine Tat ist die, die weder von … bekannt ist

Abū Yaʿqūb Sūsī

Von allen Werken ist die reine Tat (ḫāliṣ) die, die weder dem Engel bekannt ist, der sie dann aufzuschreiben hätte, noch dem Widersacher, der sie verderben würde, noch der Seele, die sich ihrer brüsten würde.

Yūnus Emre

Yūnus Emre

Du wirst nicht gebaut werden, solange du nicht in Trümmern liegst.

Yūnus Emre

Yūnus Emre

O Freunde, hört mich. Die Liebe ist wie die Sonne, und das Herz ohne Liebe ist wie ein schwarzer Stein … Was kann aus einem Herz von Stein wachsen? An der Pforte unseres Königs, im Dienst unseres Herrn, gleichen die Sterne der Liebenden den Wachtposten.

Šayḫ Zarrūq: das Auge des Herzens ist wie das Auge, der geringste Staub …

Šayḫ Zarrūq

Der Scheich aš-Šāḏilī sagte, das Auge des Herzens sei wie das Auge: Das geringste Stäubchen, das hineinfällt, hindert es am Sehen, auch wenn es es nicht blind macht. Es liegt eine Gefahr in dem, was die Sicht trübt und die Gedanken verwirrt. Sie zu begehren nimmt alles Gute …

Zayn al-ʿĀbidīn: wecke mich aus dem Schlaf des Achtlosen

ʿAlī ibn Ḥusayn ibn ʿAlī ibn Abī Ṭālib

Wecke mich aus dem Schlaf des Achtlosen, aus dem friedlichen Schlaf des Verschwenders und aus der Schlummerung dessen, der aufgegeben hat. Trage mein Herz zu dem hinüber, womit Du den Frommen beschäftigst, die Anbeter leidenschaftlich machst und den Nachlässigen rettest. Gewähre mir Zuflucht vor dem, was mich fern von Dir hält, was sich zwischen mich und meinen Anteil an Dir schiebt und was mir den Weg versperrt, das zu erreichen, wonach ich in Dir strebe!

Zayn al-ʿĀbidīn: um in Deine Nähe zu gelangen

ʿAlī ibn Ḥusayn ibn ʿAlī ibn Abī Ṭālib

Reiß aus meinem Herzen die Wurzeln der Liebe zu diesem Diesseits, die von allem entfernt, was bei Dir ist, die das Streben nach dem Sinnen zu Dir hin behindert und die vom Bemühen ablenkt, in Deine Nähe zu gelangen!

Zayn al-ʿĀbidīn: die Einsamkeit im Gebet

ʿAlī ibn Ḥusayn ibn ʿAlī ibn Abī Ṭālib

Verschönere mir die Einsamkeit im Gebet, das ich Dir zuflüstere, bei Nacht und bei Tag!

Zayn al-ʿĀbidīn: o Du Barmherzigster der Barmherzigen

ʿAlī ibn Ḥusayn ibn ʿAlī ibn Abī Ṭālib

Was die Klagen Deiner Diener gegen mich betrifft, so bitte ich Dich um dies. Sollte ein einziger Diener unter Deinen Dienern oder eine einzige Dienerin unter Deinen Dienerinnen sein, die sich über mich zu beklagen hat, weil ich ihrer Person, ihrem Ruf, ihren Gütern, ihrem Gatten oder ihrem Kind Leid angetan habe, weil ich in ihrer Abwesenheit schlecht über ihn oder sie geredet habe, weil ich ihm oder ihr geschadet habe aus Parteilichkeit, aus Laune, aus Verachtung, aus Wut, aus Heuchelei, aus Fanatismus, in seiner Abwesenheit oder in seiner Gegenwart, zu seinen Lebzeiten oder nach seinem Tod, auf eine Weise, dass meine Hand es nicht vermocht und meine Möglichkeiten nicht ausgereicht haben, ihm Genugtuung zu geben und mich ihm gegenüber so zu befreien …

Weiterführend