Sufismus im französischen Senat

Die zwölfte Ausgabe des Festivals der Sufi-Kultur von Fès fand vom 19. bis zum 26. Oktober 2019 statt. Am Freitag, dem 11. Oktober, wurde sie offiziell in den Räumen des französischen Senats vorgestellt. Das Leitmotiv lautete: „Sufi-Kultur: geistlicher Humanismus für unsere Zeit“.

Humanismus und Spiritualität zusammenzudenken, setzt sich heute vom Humanismus der westlichen Renaissance ab. Festivaldirektor Faouzi Skali erläuterte die Entscheidung so:

„In der westlichen Geschichte bezeichnete Humanismus seit dem 14. Jahrhundert eine Denkrichtung, die sich von den übergeordneten Ordnungen der Religion und des Heiligen emanzipieren wollte. Auf ihre Weise setzte sie eine alte Debatte fort, die im Westen ebenso wie im Osten geführt wurde: Glaube und Vernunft, Religion und Politik, Freiheit und Transzendenz. Philosophische Antworten auf solche Fragen sind nie unschuldig. Sie verheißen eine bestimmte Zivilisation und stehen für eine Entscheidung darüber, wie eine Gesellschaft leben will. Heute kann diese Verbindung der Begriffe fruchtbar sein. Auch Religionen kennen einen ausdörrenden Formalismus, der am Ende selbst die offensichtlichsten Werte unseres Menschseins verleugnet.“

Zum Schluss rief Faouzi Skali dazu auf, den Blick zu öffnen:

„Der Sufismus ist nicht nur eine tiefe, poetische Mystik, wie sie in den universellen Werken eines Rūmī oder Ibn ʿArabī zum Ausdruck kommt. Er ist auch ein Erbe der gesamten Menschheit, unabhängig von Überzeugungen und religiöser Zugehörigkeit.“

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